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Episoden Kommentare

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Der Schlaf, der nie endet  
Tonio
31.10.2017 22:54:30
 
Eine etwas seltsame Folge. Trotz des interessanten Psychotherapie-Milieus und einer wirklich gelungenen finalen Falle stören weniger die fehlenden Anekdoten am Rande als der diesmal wirklich schwache Fall. Eigentlich interessanter Versuch: Während man gelegentlich ganz normale Menschen hat, die zu Mördern werden, geht es hier um einen von Anfang an als gewissenlos erkennbaren Mann – der vielleicht gar keinen Mord begeht, da man seine Tat grad eben noch als Notwehr gelten lassen könnte. Die Frage, warum so ein Kotzbrocken überhaupt seine Geliebte schützen möchte, wo er doch noch eine andere hat, hat der Kommentator dieser Seite ebenfalls aufgeworfen. Wie dem auch sei, der Plan, die Tat fiktiven Einbrechern in die Schuhe zu schieben, ist hanebüchen und amateurhaft. Das mag realistisch sein, ist aber für Columbo kaum eine Herausforderung. Damit auch wir Zuschauer ja nicht überfordert werden, gibt uns die Bildgestaltung laufend Hinweise, beispielsweise beim Bildkader, der in Großaufnahme zeigt, wie des Täters Wagen eine matschige Einfahrt passiert, sodass sich seine Anwesenheit ermitteln lassen wird. Informationsvorsprung ja, aber das Wie des Auffliegenlassens muss spannend bleiben! In die gleiche Richtung geht die enervierende Häufigkeit, nach der Columbo den Täter um Feuer bittet. Dabei schleicht sich sogar Filmfehler ein. Bei einem Verhör ist des Ermittlers Zigarre wie von Geisterhand auf einmal verschwunden. Und warum der Mörder ihm da sein Feuerzeig gibt, das doch eigentlich gar nicht mehr funktionieren dürfte, erschließt sich mir ebenfalls nicht. Ein Fehler ist auch die Aussage, am Tatort seien keine Fingerabdrücke außer denjenigen des Opfers und seiner Frau gefunden worden. Der Mörder hatte dort munter ohne Handschuhe alles angetatscht, geraucht, sein Streichholz in den Kamin geworfen, es ist zum Steinerweichen. Drehbuchschlampigkeiten auch an anderen Stellen: Eine Szene endet im Nichts, und ob die Assistentin und Geliebte des Täters auf Columbos Aufforderung, den Mann nicht mehr zu decken, reagiert, erfahren wir nie. Die größte Steilvorlage bei allen Fehlern des Tatplans bleibt gar ungenutzt: Bei einer zweiten Toten wird Schmuck gefunden, den eigentlich die erfundenen Einbrecher haben müssten. Die wirklich großartige Falle am Ende (in der endlich auch einmal der Zuschauer wieder für voll genommen und hereingelegt wird) wäre kaum nötig gewesen. Und der Täter muss wissen, dass bei einem zweiten Mord (der dann wirklich einer ist) sein Ziel, Ruf und Forschung zu retten, nicht erreichbar sein wird, da er illegal mit Drogen experimentiert, die im Opfer gefunden werden müssen. Und dieser Plan – ist er wirklich so sicher, kann der Täter davon ausgehen, dass das von ihm hypnotisierte Opfer tatsächlich neben statt in den Pool springt? Immerhin führt dies zu einer schrecklich-schönen somnambulen Szene im Stile des großartigen Noir-Klassikers „Schlingen der Angst“. Und positiv hervorzuheben ist auch die Szene bei einer Gesellschaft des Täters, der Columbo auf deren Bitten seine Methoden erklären soll: Er wendet sie dabei gleich gegen den Täter an! Sehr doppelbödig und süffisant geschrieben. Dies und die Falle können noch ein bisschen was retten. Ich schwanke zwischen 5 und 6. Wenn man bedenkt, dass bei 4 schon der rote Bereich beginnt und ich „Bluthochzeit“ 4 Punkte gegeben habe, runde ich hier auf 6 auf. Bei aller Häme, nur ein Punkt mehr als „Bluthochzeit“ wäre gemein…

Bei Einbruch Mord  
Tonio
31.10.2017 22:54:30
 
Eine seltsame Folge, was zunächst kein Nachteil sein muss. Ausgetretene Pfade zu verlassen, hat die Serie gelegentlich extrem bereichert (#51, #53, sogar noch #64), in einem Fall (#60) hat es massiv geschadet. Diese Folge liegt meines Erachtens dazwischen: besser als ihr Ruf, aber nicht gut. Die Idee eines Whodunits hat zunächst etwas Reizvolles: So wie Columbo den Mördern zeigt, schlauer als diese zu sein, zeigt uns die Serie auch in anderen Folgen gern einmal, schlauer als wir zu sein, und ich mag das, auf hohem Niveau hereingelegt zu werden. Nun also führt uns die Folge so richtig schön fies unsere eigenen Sehgewohnheiten vor: Wir glauben, das Gesetz der Serie zu kennen, wir sehen nur, was wir sehen wollen. Und Bilder, die wir nicht sehen, entstehen mit Columbo-Erfahrungswissen im Kopf. In Erwartung einer regelkonformen Folge müssen wir uns vom Streifen in der Mitte ein Ätschbätsch gefallen lassen. Did you see the moonwalking bear? Warum sind Zeugen so unpräzise? Hier wird es uns vorgeführt. Im folgenden Whodunit geht leider ein reizvolles Element der Serie flöten: die dialogischen Psychoduelle zwischen Täter und Ermittler (was in der ersten Hälfte immerhin nicht ganz gestrichen ist). Gleichwohl ist so manches auf der Haben-Seite: ein buntes Kaleidoskop familiär, sonstwie privat oder beruflich mit dem Opfer verbundener Nebenfiguren (von einem beeindruckenden Cast verkörpert). Das Ganze in einem optisch und gesellschaftlich interessanten maritimen Ambiente. Die standardmäßige puzzle-artige Detektion (SAILS. Oder LISA S.?). Die Präsentation der Lösung mit Aplomb. Hinzu kommt ein allerdings eher zweischneidiges denn scharfes Schwert: Die Präsentation des Ganzen „übertrifft“ noch die eher in den späten Folgen geringfügig aufzutreffende Tendenz zur überzogenen Theatralik und/oder Albernheit. Hier schwankte mein Bachgefühl im Grunde ständig zwischen herrlich abgedreht und maßlos überzogen, nur ein Beispiel: Im Agatha-Christie-artige Finale mit allen Verdächtigen in geschlossenem Raum „assistieren“ zwei unfähige Polizisten, die Columbo mit großer Geste wie ein Showmaster zu Vollhonks degradiert. Die bewusste Selbst- und Fremdinszenierung verleiht der Szene etwas Kabarettartiges, was einen herrlichen absurden Humor hat, aber immer hart am Rande des Überzeichneten steht. Dass Columbo ein Einzelgänger ist, der sich neuer beflissener Kollegen immer mal gern entledigt und ihnen (sowie einmal einem Vorgesetzten und einmal einem Kollegen von der Spurensicherung) zeigt, was eine Harke ist, gehört im Grunde zu den begrüßenswerten Kult-Faktoren. Hier aber sind die Kollegen arg deppert und kann sich der Ermittler ein wenig zu sehr daran ergötzen, sie runterzumachen (ausgewogener z.B.: „Blumen des Bösen“). Insgesamt gebe ich 6 von 9 Punkten. Sicherlich kein Höhepunkt der Serie, aber das ist ein Streifen, von dem ein imdb-User scherzhaft geschrieben hat, die Autoren müssten wohl bewusstseinserweiternde Drogen genommen haben. In der Tat, so wirkt mitunter der Film. Es schadet ihm, ist aber auch nicht völlig ohne Reiz. Entscheiden Sie selbst, ob Dinge wie der Spitzname "Mac" für einen, der weder ansatzweise so heißt noch schottischer Abstammung ist, genial absurd oder genial daneben sind.

Niemand stirbt zweimal  
Tonio
31.10.2017 22:54:30
 
Dass die Folge polarisiert, ist verständlich: Es gibt nach der Halbzeit eine überraschende Wendung und von da an fast einen Whodunit (wobei dieser aber weder so rätselhaft noch so durchgeknallt ausfällt wie in „Der alte Mann und der Tod“). Desweiteren ist Columbos Gegner diesmal anscheinend recht uncharismatisch und in seiner Mischung aus – je nach Situation – Schleimigkeit und unkontrollierter Wut ein Widerpart, bei dem die Wortgefechte kaum auf Augenhöhe stattfinden können. Jajajaja, sehe ich alles ein – und liebe diese Folge. Zum Täter ist zu sagen, dass der schleimige Teil, in der Tat völlig überzogen dargestellt, sich als Teil eines perfiden Plans entpuppt und in der zweiten Hälfte zurückgenommen ist. Davon abgesehen bin ich der Ansicht, dass auch größere Abweichungen vom Schema F soweit erfrischend sind, wie sie den Geist der Serie uns insbesondere des Hauptcharakters wahren. Und dies gelingt! Die Detektion ist gefordert wie eh und je. Zudem verbindest das die Folge mit zahlreichen „Kult-Reverenzen“, die brachial lustig, aber nicht brachial sind: Das Ei. Die Aversion gegen luftige Höhen und gegen Blut. Das Auto (natürlich wollte Columbo nicht einfach so in einem schickeren Oldtimer als dem seinen sitzen, sondern hat – haha – rein zufällig den Kilometerstand abgelesen). Die Gattin und ihre Dessous (!). Solche Dinge verkommen nie zum Albernen, weil sie immer wunderbar mit den Ermittlungen verwoben sind. Vor allem aber: Wirklich interessante Nebenfiguren, vor allem eine, die Schwester des Opfers, herausragend in Rolle wie Schauspielerin. Eine sehr resolute, etwas füllige und nicht mehr ganz junge Dame, damit schon mal erfrischend gegen typische weibliche Rollenklischees besetzt – andererseits ist durch ihr feinstes Mienenspiel von Anfang an klar, dass das umgekehrt kein „Drachen“ ist, sondern eine verletzliche Frau mit Herz und Seele. Dass selbst sie den (wenig überzeugend wirkenden und aufgesetzten) Verführungskünsten des Täters nicht widerstehen kann, wirkt auf Anhieb etwas enttäuschend, ist aber im positiven Sinne eine Irritation, die ungeahnte Zwischentöne bei einer ansonsten sehr positiv konnotierten Figur erkennen lässt. Was die psychologische Komplexität wie Abgründigkeit einer starken Nebenfigur betrifft, eine der besten Folgen, die es gibt. Was sich auch in bei Columbo-Folgen ungewohnten Gefühlsausbrüchen zeigt: Wenn die besagte Frau am Ende den Täter schlägt (wobei ein vorheriger entsprechender Versuch halbherzig wie halb herzig war und in einen Kuss mündete), richtet sich ihre Gewalt teils auch gegen sich selbst und die Scham/Wut, auf so einen gestanden zu haben. Zudem ist – für mich – sehr berührend, wie Columbo in dieser Figur eine Seelenverwandte findet, was angesichts der forschen Art der Dame verwundern mag, aber stimmig ist. Nicht nur sagt Columbo dies einmal (und erläutert es auf absolut plausible Weise, was erfreulicherweise wiederum mit der Ermittlung perfekt verknüpft ist). Auch sehen wir, dass sie bei ihren Ermittlungen auf eigene Faust ähnlich dem Inspektor vorgeht. Andere Montage-Einfälle nutzen Parallelen als Gag und runden den positiven Eindruck ab: Der Mörder bestellt einen Kaffee, Schnitt, Columbo kommt mit einem Coffee to go am Tatort an. Einwände? Dass der Täter auch nach der ersten Hälfte schon wegen Mordversuchs hätte festgenommen werden müssen, lasse ich nicht gelten, da zu sehr mit der Brille des deutschen Strafrechts gesehen. Ein kleiner Einwand mag in der Auflösung bestehen: Wer, wie der Täter, dermaßen vielen Frauen das Höschen auszieht, sollte doch wissen, wie man eines anzieht? Sei’s drum. Eine nicht makellose Folge, aber eine, die in ihren Stärken so unglaublich stark ist, dass die kleinen Schwächen mehr als wettgemacht werden. Es ist Ansichtssache, aber während ich den makellosen Folgen meist 8 Punkte gebe, mag ich die unebenen grad dann besonders gern, wenn die Ausreißer nach oben viel deutlicher als die nach unten sind. So ist das hier, in extremem Maße, daher die Höchstwertung.

Der alte Mann und der Tod  
Tonio
31.10.2017 22:54:30
 
Eine seltsame Folge, was zunächst kein Nachteil sein muss. Ausgetretene Pfade zu verlassen, hat die Serie gelegentlich extrem bereichert (#51, #53, sogar noch #64), in einem Fall (#60) hat es massiv geschadet. Diese Folge liegt meines Erachtens dazwischen: besser als ihr Ruf, aber nicht gut. Die Idee eines Whodunits hat zunächst etwas Reizvolles: So wie Columbo den Mördern zeigt, schlauer als diese zu sein, zeigt uns die Serie auch in anderen Folgen gern einmal, schlauer als wir zu sein, und ich mag das, auf hohem Niveau hereingelegt zu werden. Nun also führt uns die Folge so richtig schön fies unsere eigenen Sehgewohnheiten vor: Wir glauben, das Gesetz der Serie zu kennen, wir sehen nur, was wir sehen wollen. Und Bilder, die wir nicht sehen, entstehen mit Columbo-Erfahrungswissen im Kopf. In Erwartung einer regelkonformen Folge müssen wir uns vom Streifen in der Mitte ein Ätschbätsch gefallen lassen. Did you see the moonwalking bear? Warum sind Zeugen so unpräzise? Hier wird es uns vorgeführt. Im folgenden Whodunit geht leider ein reizvolles Element der Serie flöten: die dialogischen Psychoduelle zwischen Täter und Ermittler (was in der ersten Hälfte immerhin nicht ganz gestrichen ist). Gleichwohl ist so manches auf der Haben-Seite: ein buntes Kaleidoskop familiär, sonstwie privat oder beruflich mit dem Opfer verbundener Nebenfiguren (von einem beeindruckenden Cast verkörpert). Das Ganze in einem optisch und gesellschaftlich interessanten maritimen Ambiente. Die standardmäßige puzzle-artige Detektion (SAILS. Oder LISA S.?). Die Präsentation der Lösung mit Aplomb. Hinzu kommt ein allerdings eher zweischneidiges denn scharfes Schwert: Die Präsentation des Ganzen „übertrifft“ noch die eher in den späten Folgen geringfügig aufzutreffende Tendenz zur überzogenen Theatralik und/oder Albernheit. Hier schwankte mein Bachgefühl im Grunde ständig zwischen herrlich abgedreht und maßlos überzogen, nur ein Beispiel: Im Agatha-Christie-artige Finale mit allen Verdächtigen in geschlossenem Raum „assistieren“ zwei unfähige Polizisten, die Columbo mit großer Geste wie ein Showmaster zu Vollhonks degradiert. Die bewusste Selbst- und Fremdinszenierung verleiht der Szene etwas Kabarettartiges, was einen herrlichen absurden Humor hat, aber immer hart am Rande des Überzeichneten steht. Dass Columbo ein Einzelgänger ist, der sich neuer beflissener Kollegen immer mal gern entledigt und ihnen (sowie einmal einem Vorgesetzten und einmal einem Kollegen von der Spurensicherung) zeigt, was eine Harke ist, gehört im Grunde zu den begrüßenswerten Kult-Faktoren. Hier aber sind die Kollegen arg deppert und kann sich der Ermittler ein wenig zu sehr daran ergötzen, sie runterzumachen (ausgewogener z.B.: „Blumen des Bösen“). Insgesamt gebe ich 6 von 9 Punkten. Sicherlich kein Höhepunkt der Serie, aber das ist ein Streifen, von dem ein imdb-User scherzhaft geschrieben hat, die Autoren müssten wohl bewusstseinserweiternde Drogen genommen haben. In der Tat, so wirkt mitunter der Film. Es schadet ihm, ist aber auch nicht völlig ohne Reiz. Entscheiden Sie selbst, ob Dinge wie der Spitzname "Mac" für einen, der weder ansatzweise so heißt noch schottischer Abstammung ist, genial absurd oder genial daneben sind.

Ein Spatz in der Hand  
Tonio
31.10.2017 22:54:30
 
Nachdem allzu irritierenden und weitgehend misslungenen „Bluthochzeit“ ist „Ein Spatz in der Hand“ wieder eine Folge, die den richtigen Ton trifft. Gerade, was Überraschungen bzw. Abweichungen vom üblichen Strickmuster betrifft. Diese gibt es auch hier, aber sie stehen den typischen Eigenschaften, die Columbo so genial wie liebenswert machen, diesmal nicht im Wege. Nach dem üblichen Beginn (popelbremsentragender Vokuhila-Zocker mit Spielschulden und Verhältnis zur Gattin des reichen Onkels plant minutiös den Mord an Letzterem und installiert eine Autobombe) wir die Tat wie so oft ausgeblendet, und wir sehen das Resultat aus Sicht des Täters. Aber mit einer unerwarteten Überraschung, die zu einem weiteren Tod und eine ganze Weile später noch einem führt. Die von Tyne Daly gespielte, erwähnte Gattin des ersten Opfers rückt ins Zentrum. Sie mag nicht ganz an die ganz großen Diven (Dunaway, Leigh, Gordon, Baxter – habe ich wen vergessen?) heranreichen, zeigt aber, dass sie zu Recht eine renommierte Fernsehschauspielerin (am bekanntesten: Cagney & Lacey) war: Von Anfang an eine interessante Mischung aus Grandezza, unverhohlener „Willigkeit“ und zu vermutender Durchtriebenheit. Insbesondere ihr Abgang hat Grandezza, wunderbar! Durch die ungewöhnliche Plot-Konstriktion haben wir eine interessante Mischung aus „Whodunit“ und „Howtocatch’em“, und obwohl Ersteres der Serie eigentlich fremd ist, ist das eher eine interessante Bereicherung denn ein Bruch: Es ist wegen der verschiedenen Anschläge immer noch genug guter alter Columbo-Howtocatch’em drin, inklusive dem Spiegelfechten zwischen ihm und dem Täter, wobei wir ahnen, aber nicht ganz genau wissen, dass der Inspektor sich diesmal mit zwei Personen wird anlegen müssen. Der überraschungsreiche Plot spielt sein Spiel nicht nur mit den Protagonisten, sondern auch mit uns Zuschauern, speziell mit den Columbo-Fans: Leute, die ihr glaubt, das Prinzip der Serie zu kennen, schaut Euch um! Glücklicherweise geht es hier nur um gelungene Variationen, ohne sich vom Thema zu entfernen (wie viel schwächer war „Bluthochzeit“). Die üblichen Schrullen am Rande sind ebenfalls vorhanden, wobei Geschmackssache ist, ob man den späten Columbo an der Grenze zum Albernen sieht. Ich fand das Unters-Auto-Krabbeln „vor Publikum“ jedenfalls spaßig, da es nicht selbstzweckhaft war und einen klaren kriminalistischen Sinn hatte. Insgesamt somit eine runde Sache und lediglich deshalb nicht in der Spitzengruppe, weil es Folge gibt, in denen Zuschauer und Inspektor noch mehr Empathie mit dem Täter haben, woraus sich noch interessantere Dialog-Duelle und/oder Emotionen ergeben (z.B. die herausragende Folge mit Faye Dunaway, „Ein Toter in der Heizdecke“).

Das Aschenpuzzle  
Tonio
31.10.2017 22:54:30
 
Meines Erachtens ein wenig schwächer, obwohl es einen Reiz hat, Columbo-Veteran Patrick McGoohan mal wieder (auch als Regisseur) ranzulassen. Und die Anspielungen auf Hollywoodstars und Hollywoodklatsch machen extrem Laune, allein schon in den Namen: Chuck Huston als verstorbener Schauspieler könnte John Huston (hauptsächlich Regisseur, aber auch Schauspieler) sein. Die Klatschkolumnistin heißt Verity (Wahrheit???) Chandler (Charlotte Chandler, die Autorin eher anekdotischen denn tiefschürfender Star-Biographien?). Und ihr Welpe heißt allen Ernstes Louella; bei diesem eher ungewöhnlichen Namen kann ich mir kaum vorstellen, dass die Übereinstimmung mit der berühmt-berüchtigten Hollywood-Klatschkolumnistin Louella Parsons Zufall ist. So long… eine Frage hätte ich aber noch: Warum hat der Täter das am Ende entscheidende Corpus Delicti nicht einfach verschwinden lassen? Er konnte von ihm wissen und hatte die berufliche Expertise, es leicht zu bemerken. Auch wenn ich bei Ungereimtheiten in den Fällen eher großzügig bin, ist dies doch erstens eine sehr deutliche und zweitens der Dreh- und Angelpunkt der Lösung.

Der erste und der letzte Mord  
Tonio
31.10.2017 09:43:46
 
Wie schon bei „Wein ist dicker als Blut“ kann ich mich der oftmals geäußerten Wertschätzung dieser Folge nicht vorbehaltlos anschließen. Alles prima, Fall schwach. Mit diesmal selbst für Columbo-Verhältnisse ungewöhnlich detailreicher Akribie geht der Täter vor – wozu nicht passt, dass die Fehler offenkundig sind, und zwar selbst, wenn man (wie der Täter, aber anders als ich) Nichtraucher ist. Darum geht es: Ein Fernsehmoderator hat einen Konkurrenten unsauber ausgebootet und so die Moderation der erfolgreichen Serie „Crime Alert“ (ein Pendant zu „Aktenzeichen XY – ungelöst“) übertragen bekommen. Der Konkurrent hat erfahren, dass der andere früher in einem Pornofilm mitgespielt hat und erpresst ihn damit. Darum muss er sterben. Da das Opfer Kettenraucher ist, präpariert der Täter eine Zigarette mit schnell tödlich wirkendem Nikotinsulfat – das muss doch bei der Untersuchung der Leiche auffallen, dass das keine normale Nikotinvergiftung war?!? Solche Gedanken sind dem Täter aber völlig fremd, zudem verschlimmbessert er seine Tat durch zwei völlig überflüssige Extras. Aus unerfindlichen Gründen tauscht er die unpräparierten, vom Opfer zuvor gerauchten Zigaretten durch solche, die der Täter selbst abbrennen lassen hat, ohne sie zu rauchen (ja, damals gingen die noch nicht aus), und gibt dem Toten zudem eine solche zwischen die Finger. Diese haben aber keinen Nikotinfleck am Filter und sind zudem anders ausgedrückt. Auch die Idee, dem Toten eine Crime Story unter die Hand zu schieben, an der dieser gerade gearbeitet habe, ist völlig idiotisch. Was will der Mörder damit suggerieren? Nichts – ob man bei der Arbeit an einem Text oder bei einer anderen Schreibtischtätigkeit sein Leben aushaucht, ist völlig egal. Dumm nur, dass dieser Text anders als alle anderen layoutet ist und die Fingerabdrücke nur auf der Vorderseite sind, sodass der Tote die Seite nicht aus dem Drucker genommen haben kann. Es ist himmelschreiend und Columbo hat es arg leicht, immerhin ist die Schlusspointe gelungen. So wie überhaupt alles außerhalb des Falles, z.B. die trickreiche Film-im-Film-Einleitung und die Sprüche und komischen Szenen, die immer auch etwas mit Columbo-typischen Eigenschaften zu tun haben und darum nie hergesucht sind. In der Porno-Videothek quatscht ein Mann Columbo komisch an, der einen ähnlichen Mantel hat und von dem man befürchtet, den gleich – huuaaa – zu öffnen, mit nix drunter… Was muss der Ermittler da über sein Kleidungsstück denken, zumal ihn vor dem Laden eine Prostituierte schon gefragt hat, was er denn Hübsches unter dem Mantel habe. Herrlich absurd wie treffend ist auch die Reaktion: „Er erzählt, dass er ‘ne Frau hat“, dito der „Hemd-Dialog“. Die Klippe des überzogen Albernen umschifft der Film dabei geschickt. Wegen des weitgehend schwachen Falles komme ich bei der Punktvergabe aber über den gelben Bereich nicht hinaus, 6 von 9. Just one more thing: Auch hier offenbart sich ein paradoxer wie netter Effekt der späten Folgen: Oftmals wird Columbo in diesen mit den neuesten technischen Errungenschaften konfrontiert und lernt staunend deren Möglichkeiten kennen. Dadurch wirken diese Folgen heute nostalgischer als diejenigen der 1970er Jahre, z.B. hier: Grün blinkende Buchstaben auf Röhrenmonitoren, Daten auf Disketten, Nadeldrucker mit Endlospapier – wie lange ist das schon wieder her!

Tödliche Liebe  
Tonio
28.10.2017 22:54:30
 
Eine im Wesentlichen gelungene Folge. Columbo hat es mit einem wieder einmal sehr trickreichen Täter zu tun, der über eine Ecke herum den Liebhaber seiner Lebensgefährtin nach Louis-Jourdan-Art betäubt, um Letztere umzubringen und den Verdacht Ersterem in die Schuhe zu schieben. Interessanter Schnitt, wie der Täter seine Handschuhe überstreift, um anscheinend gewalttätig zu werden, um hiernach etwas völlig anderes mit diesen Handschuhen zu machen: Obwohl wir doppelgetäuscht werden (also später bemerken, dass die angedeutete Gewalttat in der Ellipse eben doch stattgefunden hat) und zuvor mit einem Fast-Hochhausabsturz sogar noch eine ganz andere Todesart antizipiert hatten, verlässt der Film den gewohnten „Howtocatch‘em“-Pfad nicht. Und lässt sich dabei einiges einfallen! Dass der Täter ein gerissener Strafverteidiger ist, der noch nie einen Fall verloren hat, macht ihn zu einem für Columbo ernstzunehmenden Gegner. Dabei wird der serientypische Ausgang bereits beim ersten Zusammentreffen der beiden auf humorvolle wie bezeichnende Weise antizipiert: Columbo stört ausgerechnet bei einem Mordprozess, in dem der Mann seine unsauberen und durchsichtigen (aber für den Notfall hat er eh alle geschmiert) Psychotricks aufgefahren hat. Danach bekommt es der Serie ganz gut, dass Columbo tatsächlich einmal für einen Moment in die falsche Richtung ermittelt, was nicht nur für mehr Glaubwürdigkeit sorgt, sondern auch für eine schöne Szene mit seinem weiblichen Assistenten (schon klar, wer die Wumme zückt – „Gehen Sie mal zur Seite…“). Und für einen Gastauftritt von Little Richard. Natürlich kommt der Ermittler wieder auf Kurs, was in ein Ping-Pong mit interessantem Schlussteil führt. Nachdem Columbo denkt, die Katze im Sack zu haben, taucht auf einmal ein Radarfallenfoto des Täters auf, das ihm ein Alibi zu verschaffen scheint. „Gegen diesen Strafzettel kann ich nun wirklich nichts tun“, sagt er triumphierend. Böse Pointe ist, dass er das eben doch können wird, aber umgekehrt… Somit alles gut geschrieben und clevere Auflösung. Zudem ist wieder einmal interessant, wie sich unvorhergesehenerweise eine Nebenfigur zum dominanten Raffzahn entwickelt (Peter Falks Gattin!) und in menschliche Abgründe abseits der erwarteten Front blicken lässt. Was den Mörder angenehm ambivalent erscheinen lässt, ist er doch nicht nur der aalglatte, gerissene Arroganzling, sondern auch ein Gequälter (dito durch das Gehörnt- und Erpresstwerden von Seiten seiner Lebensgefährtin). Bedauerlich hingegen ist der Hang der Folge zum Überzogenen. Columbo sagt am Tatort selbst, dass er seltsam sei, was schon viel heißt. Eines der „kleinen Dinge, die ihn stören“ ist gleichsam unglaubwürdig wie hergesucht und für Columbo-Verhältnisse sogar billig obszön: „Knallen und spritzen, darum trinkt man doch Champagner, das hat doch auch etwas Sexuelles, Knallen und Spritzen.“ Also bitte! Und deswegen öffne ein Pärchen die Flasche zusammen? Dass der Täter dies nicht bedacht habe, kann man wohl kaum als Fehler ansehen. Eher schon, dass ein Profi-Privatdetektiv den Putz nicht entfernt, der beim Einbau einer versteckten Kamera auf tiefer liegende Bilderrahmen gerieselt sowie am Objektivrand haften geblieben ist. Hier macht’s ein Mann dem Cop extrem leicht und ist der Film im Übrigen reine Farce und Parodie: Die Kleidung dieses Mannes und der top shot von ihm im Büro inklusive Schriftzug auf der Glastür und Deckenventilator sind pure Hardboiled-Noir-Reverenz. Eigentlich nett, aber der Rollenname „Sam Marlowe“ ist schon eher eine plumpe Kombination der beiden Ikonen Sam Spade und Philip Marlowe. Auch eine Verständigungsschwierigkeitsszene mit einem japanischen Gärtner ist etwas grenzwertig. Schließlich ist Columbos Aufwand am Ende völlig unnötig; er muss weder selbst in die Radarfalle rasen noch seine Assistentin mit Maske präsentieren, um zeigen, was er eben zeigt. Je besser mit dem Fall verwoben, desto besser die Gags; dies klappt bei der Radarfalle am Ende und dem unsäglichen „Knallen und Spritzen“ am Anfang leider nicht so gut. Vielleicht wäre dieser Fall einfach besser gewesen, wenn man ihn, was es bei den jüngeren Folgen nicht mehr gab, als 70-Minüter gestaltet hätte. Gleichwohl ein guter Film, der nur aufpassen muss, seinem Hang zum Verspielten nicht zu sehr nachzugeben. 7 von 9.
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