Columbo - Fanseite
 

 

<< zurück
mitglieder menue
 
Login:
Pass:
Auto-Login
 
  Neu anmelden
 
tv-guide
 
Wie findest du die "Spiele" (Fehlerbilder / Quiz) dieser Homepage?
Gut, sollten öfter aktualisiert werden
Sind unnötig ich spiele sie nicht
Es könnten gerne noch mehr Spiele sein
Ergebnisse
 
tv-guide
 
20.10.2017
Heute im TV:
Kompletter TV-Guide
 
 
Die komplette Serie
 
 

Unser Columbo-Forum bietet jedem die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder seine Meinung zu äußern.
-> zum Forum

 

Episoden Kommentare

um selbst einen Kommentar abzugeben gehe einfach zur gewünschen Episode, im Bereich "Kommentare" kannst du dann deinen Beitrag einfügen.




Ein gründlich motivierter Tod  
Tonio
01.10.2017 16:20:08
 
Man mag es anders sehen, aber für mich gehören zu einem sehr guten Columbo: ein klasse Fall (wobei mir erstklassige „Duelle“ noch wichtiger als hundertprozentige Plausibilität sind), ein gewisser Anteil an Aussagen zwecks Psychogramm der Hauptfigur (also das „Gesetz der Serie“, welches gern variiert, aber nicht völlig gebrochen werden sollte), und beides ergänzt idealerweise einander. Schließlich ist da noch ein Empathiefaktor, oftmals erreicht durch sympathische Mörder oder bei den oft vorkommenden arroganten Tätern durch sympathische Nebenfiguren (Ausnahme: der tolle #51, wo man in besonderem Maße mit dem vermeintlich geschlagenen Columbo selbst mitleidet). Und in dieser Hinsicht schwächelt die ansonsten gute Folge 21, was zugegebenermaßen subjektiv ist. Auffällig ist aber schon, dass the female factor, der für sowas (gern auch durch femmes fatales wie in #02) oftmals sorgt, arg klein geraten und die einzige Frauenrolle recht schnell aus der Schusslinie wie aus der Geschichte ‘raus ist. Und dass es keine in diesem Zusammenhang oftmals bereichernden großen Gaststars gibt, schon eher einen Columbo-Regular: Robert Culp. Dieser gibt den Drecksack dann auch mit Verve, wie gewohnt. Selbst wenn es anfangs scheint, dass seine Figur es Columbo zu leicht macht, sodass der serienübliche frühe Einwand des Inspektors ein allzu tonnenschweres Gewicht hat („Wie konnte der Mörder wissen, dass das Opfer den Raum verlassen wird?“): Da wird was draus! Zum einen hinterfragt diese Folge ganz gezielt die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit, wenn das Verdacht-Lenken auf den Falschen einfach ZU perfekt ist, als dass Columbo daran glauben kann. Zum anderen ist das Scharmützel zwischen Täter und Ermittler in der zweiten Hälfte wirklich außerordentlich stark. Einen Trick Columbos, der in anderen Folgen vielleicht gewirkt hätte (Culp soll Columbo zum Tatort fahren und Columbo sagt ihm nicht, wo dieser ist, auf dass der Täter sich durch Nicht-Nachfragen verrate), entlarvt der gerissene Mörder sofort als „netten Versuch“. Culps Texte sind, z.B. bezüglich des Hins und Hers um die Einschätzung von Columbos Fähigkeiten, saugut und hundsgemein geschrieben. Herrlicher Kontrast des Mannes, der sich unbedingt mit seinem Doktortitel anreden lassen möchte und sich für keinen von „den meisten Leuten“ hält, gegenüber dem Biedermann Columbo, der zusammenzuckt, dass er durch das Löffeln von Kaviar grad „15 Dollar im Mund“ habe. Ein Meisterstück in Bild und Dialog ist ferner eine Szene auf einem Golfplatz, auf dem der Inspektor des Täters Spiel im wörtlichen wie übertragenen Sinne stören möchte – was misslingt. Von allen „Wir wissen‘s, aber ich/Sie habe(n) keine Beweise“-Folgen ist dies vielleicht die expliziteste und fieseste: Die Culp-Figur räumt ihre Täterschaft am Ende der Szene indirekt, aber unumwunden ein, mit einem unausgesprochenen „Ätsch, und damit müssen Sie nun leben“. Muss Columbo natürlich dennoch nicht, aufgrund einer sehr originellen Falle, in der er sich derselben Methode wie der Täter bedient. Insgesamt also eine Folge mit vielen Stärken vor allem gegen Ende, die ich aber aus zu Beginn genannten, teils subjektiven Erwägungen nicht zu den Highlights zählen würde. 7 von 9 Punkten.

Ein Hauch von Mord  
Gast: Hannes
24.09.2017 21:54:59
 
Kein Filmfehler, sondern Nitpicking:Shirley ist Kettenraucherin. Die Schauspielerin ist aber offensichtlich Nichtraucherin, so wie sie mit den Zigaretten umgeht. Leute, die häufig rauchen, handhaben ihre Zigaretten sehr viel selbstverständlicher als Shirley es die Folge über tut.

Tödliche Kriegsspiele  
Dircules
22.09.2017 18:46:47
 
Der Verzweiflung von Shop und anderen kann ich mich nur anschließen. Hans Sievers halte auch ich für eine fürchterliche Fehlbesetzung - vor allem wegen der stimmlichen Nähe zu Gert Günther Hoffmann, dessen Stimmcharakter eher mit Haudegen-Gesichtern wie James Bond oder Captain Kirk in Verbindung gebracht wird. Naja, für diese Folge, die eine überraschend patriotische Seite des Inspektors offenbart, mag die Sprecherwahl etwas weniger unpassend sein.

Wein ist dicker als Blut  
Tonio
20.09.2017 21:03:06
 
Wein ist dicker als Blut und diese Episode ist schwächer als ihr Ruf – finde jedenfalls ich. Keinesfalls ein Totalausfall à la „Bluthochzeit“ und in einigen Aspekten sogar ausgesprochen stark, da haben die Fans dieser Folge (laut Wiki auch Peter Falk höchstselbst) schon recht. Die Stärken liegen (neben einigen Kult-Elementen, einer gewagten Spekulation über Columbos Nachwuchs sowie das erstmalige Vorkommen von „This Old Man“) in der Täterfigur, mit Donald Pleasance prominent besetzt, und in ihrem Verhältnis zu Columbo. Hier ist erstmals voll ausgefeilt, was Columbo, der große Humanist, in einer Ansprache in dem noch besseren „Alter schützt vor Morden nicht“ auf den Punkt bringt: Columbo billigt nicht die Morde, kann aber auch in „seinen“ Mördern noch liebenswerte oder zumindest nachvollziehbare Eigenschaften finden, für die er sie respektiert. Winzer Carsini (Pleasance) ist – darin eigentlich Columbo nicht unähnlich – ein nonkonformer Individualist. Der Inspektor möchte keinen Ferrari fahren, weil er „doch schon einen Wagen hat“, wie er hier sagt, nur als Beispiel. Und Carsini möchte Spitzenweine kreieren sowie erwerben, auch wenn sich dies nicht rentiert. Savoir-Vivre vor Profit, ein sympathischer Idealist, wenn auch ein bornierter Ignorant, da er außer der Welt des Weines wirklich gar nichts kennt. Droht also sein Steckenpferd abzustürzen, so ist dies für ihn wirklich eine Vernichtung von allem, was ihm etwas bedeutet. Daher ist klar, dass der Gegner, der ihn vom Steckenpferd zu stoßen droht, sterben muss. Daher ist andererseits auch klar, dass Carsini vom Morden und Vertuschen nicht besonders viel versteht und es Columbo reichlich leicht macht. Gelegentlich schätze ich, ähnlich Hitchcock, durchaus, wenn die psychologische Konsequenz auf Kosten der Plausibilität geht, hier aber wendet sich dies gegen Columbo, der immer dann am besten ist, wenn Scharfsinn und Empathie gleichermaßen gefordert sind. Und Ersteres ist unterfordert, schade, ein Beispiel: Einer wie Carsini, insoweit absolut stringent, kann sich in einen Menschen nicht hineinversetzen, dem sein Ferrari soviel bedeutet wie Carsini der Wein. Also stellt er den Ferrari des Toten mit geöffnetem Verdeck an eine Klippe und täuscht vor, dass das Opfer ihn dort mehrere Tage so abgestellt hätte, was es aber ums Verrecken nicht getan hätte. Ein echter Ferraristo liebt sein Schmuckstück eben genauso wie ein Winzer aus Leidenschaft die seinen. Kann man drauf kommen… Genauso wie der im Morden Ungeübte nach der Untat eine zittrige Hand hat und einem anderen Mann das Dekantieren eines edlen Tropfens erlaubt, was absolut ungewöhnlich ist.

Und dazu noch die Absurdität des Plans wie Columbos Falle: Dass Carsini seine gesamten Weinbestände aufs Spiel setzt, um die im Affekt noch nicht ganz zu Ende gebrachte Tat zu beenden, passt auch psychologisch nicht. Zu diesem Zweck fesselt er das Opfer, sperrt es im Weinkeller ein und stellt die Klimaanlage aus, um es dort ersticken zu lassen. Kann er wissen, dass dies genau zwei Tage später passieren wird? Die Außentür sieht nicht so aus, als sei sie luftundurchlässig. Kann Carsini ausschließen, dass sich das Opfer noch von den Fesseln befreien kann? Jedenfalls herumhüpfen, eine der zahlreichen Weinflaschen umwerfen, mit dem Glas die Fesseln durchschneiden und/oder zumindest durch eine Verwüstung darauf aufmerksam machen, dass jemand hier anstatt bei einem vermeintlichen Tauchunfall verreckt ist – dies erscheinen mir sehr naheliegende Möglichkeiten. Vielleicht sogar Hinweise geben, aber wir sind leider nicht im von mir sehr geliebten „Alter schützt vor Morden nicht“. Obwohl ich kein Naturwissenschaftler bin, erscheint mir die später geäußerte Annahme geradezu idiotisch, bei 40 Grad Außentemperatur wäre es in einem Weinkeller (!) bestimmt 60 Grad heiß geworden. Und selbst wenn: Dehydriert der Mann da nicht, kann man das nicht feststellen, kann man nicht Spuren des doch recht straff gezogenen Fessel-Seils feststellen? Und zu Columbos Falle wäre zu bemerken, dass er doch kaum wissen kann, dass Carsini daraufhin seine Weinbestände AN EINER GANZ BESTIMMTEN STELLE vernichten wird, was ihn schließlich verrät. Kurzum, kriminalistisch ist die Folge wirklich schwach, sodass auch ein Hitchcock’scher Hinweis à la „Logiker sind nicht kreativ“ nicht hilft: Wie beim Wein gilt: Die Dosis macht das Gift.

Darüber mögen die Qualitäten natürlich nicht vergessen werden, die oben weitgehend schon erwähnt wurden und die mit einem Hinweis auf eine von Julie Harris exzellent gespielte Figur dieser Rezension ein versöhnliches Ende geben mögen. Sie ist die Sekretärin Carsinis, ein wenig altjüngferlich, aber noch attraktiv und würdevoll, sodass sie Empathie, aber weder übergroßes Mitleid noch Spott erntet, ganz wunderbar. Sie himmelt Carsini an, versteht ihn aus tiefster Seele und muss als wahrhaft tragische Figur grad deshalb wissen, dass sie bei ihm nie wird landen können. „Frauen und Wein sind eine herrliche Pracht“, hieß einmal ein Schlager, aber Carsini ist wirklich dermaßen monokulturell, dass seine einzige Liebe nicht roten Rosen und roten Lippen, sondern rotem Wein gilt (um noch einen Schlager zu zitieren). Und weil die Dame das weiß, wird sie nicht die Passive bleiben, sondern die Handlung auf äußerst interessante Weise im letzten Akt vorantreiben. Carsini wählt am Ende das für ihn kleinere Übel (und dass das eine kluge Wahl war, mag man am frustrierenden, umgekehrten Finale des grandiosen „Match Point“ von Woody Allen erahnen). Darauf darf er mit Columbo anstoßen, in einer Episode, die nicht wirklich schlecht und manchmal großartig ist, aber gemessen an ihrem Ruf enttäuscht. 6 von 9 Punkten.

Ein Hauch von Mord  
Tonio
20.09.2017 20:03:06
 
Schönheit um jeden Preis… kann Gift sein, aber wen juckt das schon? Columbo und die Täterin (Vera Miles!) juckt es bald tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes, doch das wäre zu viel verraten in einer Folge, die gleichsam aufmerksam wie clever inszeniert ist und in der eben noch kleinste Elemente wie das Sich-Kratzen der Hand eine Bedeutung haben. In der Welt der Reichen und diesmal vor allem Schönen – der Welt der Kosmetika – geht es nicht nur bei der Herstellung giftig zu, da wird intrigiert und spioniert, dass sich die Gesichtsfalten biegen. Und weil eben auch experimentiert wird, erschlägt Vera Miles einen immerhin von Martin Sheen gespielten Chemiker kurzerhand mit dem Mikroskop. Die Chemie, soviel ist ja schon angedeutet, wird auch bei den Ermittlungen immer eine Rolle spielen. Die Chemie zwischen den Darstellern stimmt sowieso, grad dies ist wieder eine der von mir so geliebten Folgen mit einem starken weiblichen und prominent besetzten Mörder. Nur specal guest star Vincent Price hat im Grunde zu wenig zu tun und darf in zwei Szenen tun, was er in dieser Zeit leider stets tat: sich selbst spielen, vulgo sein Rollenklischee, das zur Selbstparodie zu verkommen drohte. Angenehmer sind da schon die Anleihen an den Horrorfilm bei den Untersuchungen zum Auffinden der besten Anti-Falten-Crème, natürlich am lebenden weiblichen Objekt, mit delirierender Farbgestaltung und einem Gestus von Frankenstein, der auch ein Mal erwähnt wird (endlich mal nicht mit dem üblichen Fehler, das Monster als „Frankenstein“ zu bezeichnen). Prompt setzt der Soundtrack das Theremin ein, DAS (Psycho-)Horror-Musikinstrument spätestens seit Hitchcocks „Spellbound“. Neben den üblichen hohen Kultfaktor-Standards wäre noch die Rolle einer jungen Sekretärin zu erwähnen, die fast so etwas wie die dunkle Seite Columbos zu sein scheint. Sie ist clever und hält das der Mörderin auch ein Mal fast schon im Columbo-Stil vor. Sie trägt, als Ausnahme unter den ganzen Supermondänen, eher burschikose Kleidung und lange Zeit einen Trenchcoat in der Farbe desjenigen Columbos. Sie raucht Kette, wenn auch Zigarette statt Zigarre. Sie mag bei einer etwas gewagten Interpretation dem Manne auch insoweit nahekommen, als sie trotz langer Haare etwas „männlich“ durch ihren Stil wirkt – wenn sie der Täterin einen Wangenkuss gibt, mögen die Genreforscher hellhörig werden. Damenhafte Kleider möchte sie in einer Boutique zwar haben, aber man sieht sie darin nie. Eine ungeheuer interessante Figur, Raucher sind eben die besten Denker, indes sind ihre Motive egoistisch und illegal. Wie dem auch sei, eine fast perfekte Folge, in der vielleicht höchstens mal wieder das Ende etwas überzogen ist: Warm lässt Columbo, der Einzelgänger, seine Armada so auffällig mit Tatütata anrücken, sodass die Täterin noch schnell ein Beweisstück entsorgen kann, auf das es dem schlauen Inspektor natürlich sowieso nicht ankommt? Dann hätte er ihr auch gleich sagen können, was er ihr am Ende eben sagt; die Szene davor ist überflüssig und im Grunde ein Austricksen des Zuschauers auf einem Niveau, das die Serie nicht nötig hat. Somit knapp unter der Spitzengruppe, 8 von 9.

Die vergessene Tote  
Tonio
18.09.2017 08:59:13
 
„Licht und Schatten“, wie es heißt, sind die Stoffe, aus denen sich Illusionen machen lassen. Diese Episode bietet sehr viel Licht und nur ganz wenig Schatten. Oft gehören die Folgen, die sich im weitesten Sinne in Illusionistenkreisen bewegen, zu den besten, weil die Mörder einerseits Illusionen schaffen und wie Regisseure ihre Morde inszenieren, andererseits aber auch Gefangene dieser Kunstwelt sind. Daher stört die Mischung aus arroganter Selbstsicherheit und extremer Verunsicherung des Täters nicht im Geringsten (man denke etwa an den Schauspieler-Täter in „Alter schützt vor Torheit nicht“, der angesichts der Überführung nur noch wirr Shakespeare zitiert). Die ganzen Reden über Illusion und Wirklichkeit sind stimmig – und haben ihre Rechtfertigung gleich in doppelter Hinsicht: Zum einen, was leicht übersehen werden kann, sogar in der Bildgestaltung, wenn etwa in der Zaun-Szene plötzlich Ermittler wie Mörder HINTER dem Zaun, also in der Kunstwelt sind. Wer wen „hinter’s Licht führt“, kann trotzdem oder deshalb nicht leicht gesagt werden, zumal Columbo sich schließlich derselben Tricks bedient wie der Regie-Magier und Täter. Was Ersterer, dies als kleiner Kritikpunkt, am Ende vielleicht ein wenig zu sehr auskostet, mit für ihn eigentlich unpassender und etwas fieser Genugtuung und als Show, in der Columbo sogar einmal als großer Zampano mit rotem Frack und Zylinder zu sehen ist. Und warum nicht mehr aus der Szene gemacht wird, in der er sich einen Shake zubereitet, erschließt sich mir ebenfalls nicht (man wartet darauf, dass er am Ende verkündet, dabei etwas entdeckt zu haben, was auch nahegelegen hätte – aber grad dies kommt nicht). Ansonsten wunderbar, auch am Rande – schöne Nebenfiguren wie die von Columbo als „klasse“ bezeichnete ältere Sekretärin, die das sichtlich genießt, sowie Situationskomik, wenn der Polizist, man befindet sich ja auf einem Filmgelände, selbstverständlich als Komparse angesehen und nicht durchgelassen wird. Das alles hat Methode, die Sekretärin wird noch wichtig und Columbo nimmt das Geschehen wie gesagt zum Anlass, nun erst recht zu einem Schauspieler zu werden, um den Täter mit dessen eigenen Waffen zu schlagen. Für alle, die es mögen (und ich mag sowas sehr) gibt es noch diverse Film-Anspielungen. Wenn der Täter Columbo auf dem Regie-Kran mitnimmt, macht er sich nicht nur dessen Höhenangst zunutze (vgl. u.a. #02, #08), sondern mag das Kreisen auch an das Kreisen des Raumschiffs aus Stanley Kubricks „2001“ erinnern, wird doch beide Male der Strauß-Walzer „An der schönen blauen Donau“ dazu gespielt. Das Studio, ist – obwohl es hier anders heißt – offensichtlich dasjenige von „Universal“, die auch für Columbo verantwortlich sind. Hierauf deuten der falsche „Weiße Hai“ der Besuchertour und Plakate wie das des Universal-Klassikers „Dracula“ hin. Der Weiße Hai stammt von Steven Spielberg, der als ganz junger Mann Columbo #03 inszeniert hatte. Und auf dem Plakat von „Woman in Hiding“ ist deutlich der Name der Hauptdarstellerin Ida Lupino zu lesen, die zwei Mal bei Columbo mitspielte. 8 von 9 Punkten.

Wer zuletzt lacht...  
Tonio
18.09.2017 08:59:13
 
Wie immer betrachtet Columbo mit amüsiertem wie gelassenem Staunen die Welt der meist leicht und gelegentlich auch gar nicht bekleideten Supermodels, die auf einem luxuriösen Anwesen Foto-Shootings für ein Hochglanz-Herrenmagazins und Pool-Partys veranstalten (das Ganze spielt offensichtlich auf den „Playboy“ an, nur gibt es hier die „Nymphe des Monats“ statt das „Playmate des Monats“). Dort ermittelt er, weil die Miteigentümerin gegen den Willen ihres Partners ihre entscheidenden 51 % an einen britischen Medienmogul verkaufen wollte, aber nie in London ankam. Die Anzeichen verdichten sich für Columbo wie für uns: Das war wohl Mord… Die Episode gehört zu den absoluten Höhepunkten der Serie! Zunächst einmal ist das Beiwerk gelungen (z.B.: Columbos misslungene Jogging-Versuche à la „Geld, Macht und Muskeln“, die Verlockungen durch bessere Zigarren, da „Zigarrenraucher die besseren Denker“ seien). Aber es gibt einen interessanten Mehrwert in einer durch und durch stimmigen Episode. Beispielsweise scheint Columbos Bemerkung, bei Whodunit-Romanen nie auf den Täter zu kommen – vielleicht geklaut aus „Tenebre“ (1982) – nur ein typisches Understatement zu sein. Aber vielleicht ist es auch ein Hinweis darauf, dass man Schein und Sein, Fiktion und Realität besser auseinanderhalten sollte. Und genau dies, es sei dem Erstsehen nicht genauer verraten, wird Columbo diesmal zum Fallstrick fast schon tragischen Ausmaßes. Dieser Film geht tiefer als alle anderen in die Seele Columbos, der sich auch scheinbar geschlagen als Gentleman zeigt, aber gelichwohl allen Ernstes als schlechter Verlierer entpuppt. Meine Lieblingsfolgen sind oft diejenigen, die die meiste Empathie wecken. Während es sich ansonsten um Empathie mit dem Täter handelt (z.B. #62 mit Faye Dunaway), geht es diesmal um Empathie mit Columbo. Wir lieben ihn ja eh, da hat es eine ungeheure emotionale Kraft, ihn so verletzlich wie noch nie zu sehen. Sein Schutzpanzer bröckelt, wir blicken in seine Seele, seine Verletzlichkeit, der Fall geht ihm sozusagen unter die Haut. Warum dies so ist, sei für alle, die diese Folge erst noch sehen möchten, nicht verraten, aber es ist geradezu genial und verleiht dem Film eine konsequente Meta-Ebene – dass diese auf Plot-Ebene nicht ganz logisch ist, ist mir völlig egal. Das „Prinzip Columbo“ selbst wird auf den Prüfstand gestellt. Der Täter scheint, was ja sehr unwahrscheinlich ist, nicht nur genau zu wissen, dass grad Columbo mit der Untersuchung beauftragt wird. Er scheint auch kurz mal à la „Last Action Hero“ (1993) von der fiktiven in die reale Welt herübergekommen zu sein und sich alle bisherigen Columbo-Folgen angesehen und sie genau analysiert zu haben (mit Ausnahme von #09, „Ein Denkmal für die Ewigkeit“, in dem wie auch hier mit der Regel gebrochen wird, dass der Blitz nicht zweimal an derselben Stelle einschlage). Und damit ist er Columbos gefährlichster Gegner und beschäftigt sich die Serie auch mit sich selbst, indem sie sich und der Täter den Inspektor denkbar schwierigst herausfordert. Das gelingt trotz einer entscheidenden Abweichung vom Üblichen, ohne sie von den Füßen auf den Kopf zu stellen; das ist vielmehr ein intellektueller und emotionaler Kampf auf höchstem Niveau. Am Ende gibt’s the switch und the switch of the switch, soviel sein gesagt. Auch dies ist aber wunderbar und überhaupt nicht hergesucht. Wie schon in der von mir sehr geliebten Folge 02 scheitert ein ansonsten überragend guter Täter an einem absolut nachvollziehbaren Faktor: Während es in #02 das fehlende Gewissen und die fehlende Empathie des dort weiblichen Täters waren, ist es diesmal die Überzeugung, wirklich jede Frau um den Finger wickeln oder zumindest mit ihr reibungslos als partner in crime zusammenarbeiten zu können. Dass eine Dame noch skrupelloser ist als er, liegt jenseits seiner Vorstellungswelt. Dass es dadurch am Ende in Hin und Her gibt, ist absolut konsequent, sodass nicht nur der Täter zu der Verbrechenspartnerin, sondern auch der Inspektor sagen kann (kleine Anspielung für alle, die die Folge schon gesehen haben): „Bei Dir piept’s wohl?“

Tödliche Tricks  
Tonio
18.09.2017 08:58:46
 
Columbo ist zurück und sich treu geblieben, in einer Geschichte, die die gewohnten Elemente der Serie auf dem üblichen hohen Niveau zelebriert und die geschickt konstruiert ist, aber auch ein paar Schwächen hat. Schier endlos lang und etwas überzogen sind die Szenen, in denen der Ermittler den Täter „demonstrativ“ zerlegt, als ob man einem Menschen ewig und drei Tage den Unterschied zwischen einem Schlitz- und einem Kreuzschraubenzieher erklären müsste. Die Entlarvung der Scharlatanerie hätte nicht zelebriert, sondern nur erklärt werden müssen, zumal das Ergebnis für den Zuschauer erwartbar ist. Gegen Ende musste der Inspektor, wie er selbst gewohnt höflich zugibt, für seine Verhältnisse recht zynisch sein, was nicht stört und was tatsächlich notwendig war – aber dass er dabei ein m.E. doch recht hohes Risiko eingeht und nicht mal Zeugen hat, das verwundert dann doch. Neben ansonsten gutem Standard kann der Film indes bei dem interessant-spleenigen Milieu der Parapsychologie und Zauberei punkten, und dass das Militär sich allen Ernstes für Ersteres interessiert, wissen wir spätestens seit „Männer, die auf Ziegen starren“. Außerdem ist die Geschichte um Wirklichkeit und Illusion recht clever konstruiert: Beispielsweise ist der (nie offiziell) verratene Trick eines neunmalklugen Jungen mit dem Karo-As recht leicht durchschaubar. Dass aber ein weit schwierigerer Trick, den der Täter praktiziert hatte, im Grunde fast genauso geht, wäre mir ehrlich gesagt vorher nicht in den Sinn gekommen. Hier kitzelt der Film auch die Neugier des Zuschauers, weil er eine ganze Weile mit dem ehernen Zauberergesetz spielt, nichts zu verraten. Gleichwohl ist manches zu gedehnt und expressiv. Während früher mancher 70-Minüter die 90 Minuten hätte vertragen können, ist es hier umgekehrt. Unterm Strich gleichwohl ein gelungener Wiedereinstand, 7 von 9 Punkten.
Seite 2 von 165
[<<] [<] [1] [2] [3] [4][162] [163] [164] [165] [>] [>>]
     
   
    Impressum | Haftung | Kontakt | Datenschutz
 
    © www.icolumbo.de 2002 - 2017